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«Es ist ein Ros entsprungen…» in der Pfarrkirche in Lachen, denn so weich und schön, so lieblich und farbig war der Klang der Zürichsee-Chöre. Bis auf den letzten Platz war die Kirche gefüllt mit Zuhörern jeden Alters.
Nach einer kurzen Ansprache von Peter Züger begann das Konzert, und die «Stimmrose» entfaltete sich. Neben dem Lied «Es ist ein Ros entsprungen» sang der Chor im ersten Drittel des Konzerts andere Weihnachtslieder wie «Uns ist ein Kind geboren» (Johann Ludwig Bach) und «O Bethlehem du kleine Stadt» (Anonym). Hell jubilierten die Sopranstimmen über die kräftigen Bässe, beide vermischten sich im Kanon zu raffinierten Geflechten, und der Gesamtton blieb hell, klar, rein. Jürg Dietrich dirigierte diesen ersten Teil des Konzertes. Zeit fürs Cello Chor und Cellist Tobias Moster sollten sich an diesem Abend abwechseln. Der aus Mainz stammende Cellist spielte zuerst die Suite Nr. 2 d-Moll von Johann Sebastian Bach. Wie es nur ein Cello kann, erfüllte ein dichter, tiefer, erdiger Klang die Kirche. Tobias Moster spielte die Bachläufe beeindruckend und tadellos. Doch dass ein Cello noch ganz andere Klänge hervorbringen kann, ja, das zeigte er erst noch. Zuerst aber zurück zum Chor. Der bewies nämlich auch unter dem Dirigenten Stefan Kuchmeister eine hohe Leistung mit den anspruchsvollen Liedern «Veni, veni, Emanuel» von Zoltan Kodaly, «Ich brach drei dürre Reiselein» von Hugo Distler und «Wachet auf, ruft uns die Stimme» von Ernst Pepping. Die ineinander fliessenden Melodien und Verzierungen sangen sie mit präzisen dynamischen Wechseln und scheinbar mühelos. «Aura 2» Der grosse Moment nahte. Tobias Moster sollte die Uraufführung «Aura 2» für Violoncello Solo von Matthias Arter spielen, der selbst auch im Publikum anwesend war. Zuerst aber spielte er das 1. Präludium aus der Suite Nr. 2 von Max Reger. Der dichte Klang mit vielen Doppelgriffen durchsetzt erfüllte wieder die Kirche, das Cello eben, schlicht wundervoll, wie man es kennt. Und jetzt «Aura 2» – «was ist das?», wollte man sich fragen und hing dem fahlen Klang nach, der da plötzlich aus diesem wohl bekannten Instrument schwebte. Schauerliche, unheimliche, ja überirdische Töne erfüllten nun die Luft, jäh unterbrochen von gewaltigen und seltsamen Pizzicati. Für dieses Stück brauchte Tobias Moser zwei Bögen. Heisere, gläserne Töne und solche, die irgendwie an Schmirgelpapier erinnerten, zauberte er aus dem Cello und schlug dabei mit dem einen Bogen einen komplexen, tänzerischen Takt. Und dann wieder diese schreienden und absterbenden Flageoletttöne… eine eigene, geheimnisvolle Art von Musik, interessant, vielseitig, grandios. Nur vielleicht nicht so geeignet für eine grosse Kirche mit vielen Nebengeräuschen. Der Chor sang noch einen dritten Teil. Lieder wie das traurig-schöne «Es kommt ein Schiff geladen» von Heinrich Weinreis und das letzte «O Heiland, reiss den Himmel auf» von Johannes Brahms. In diesem anspruchsvollen Lied entfaltete sich noch einmal der volle Glanz dieses Chores. Die Zuschauer bedankten sich mit Applaus, eine Zugabe und Blumen folgten. |